Observiert – Eine Geschichte von Luka Mayer, 10.4 (2015)
Ich, Marko, lebe im Jahre 1995 in einer Wohnung in 23 lower main road in einer mittelmäßig großen leisen, trüben Stadt. Ich weiß nicht mehr wie lange ich hier schon lebe, ich weiß nur, ich bin ungefähr 25 Jahre alt, stehe montags bis freitags um 8.00 Uhr auf, gehe aufs Klo, esse mein Frühstück, zieh mich an und gehe um 9.00 Uhr zur Arbeit. Ich bin von Beruf Privatdetektiv. In meinem Büro angekommen mache ich mir einen Kaffee, setz mich hin und trinke ihn. Meinen letzten Auftrag hatte ich vor ein paar Wochen, glaube ich und doch kann ich mich nicht an die Details erinnern. Komisch eigentlich für mich, ich habe nämlich ein sehr gutes Gedächtnis und erinnere mich normalerweise an solche Sachen. Trotzdem habe seltsamerweise immer Geld auf meinem Konto.
Plötzlich bekam ich in meinem Büro einen gedankenstörenden Anruf. Ich guckte rüber zum alten staubigen Telefon, ich ging ran. Es war komisch, am anderen Ende war eine Person mit entsetzter Stimme. Die Person hörte sich ängstlich, verzweifelt und auch noch so an, als wäre sie in Eile. „Hallo, ist hier Detektiv Marko am anderen Ende??“ Ich schwieg, dann antwortete ich langsam, „ja, worum g“… „nein nicht reden, ich keine Zeit, wir werden beobachtet, scheiße die ganze Stadt wird beobachtet, sie wollen mich, weil ich zu viel weiß, sie studieren uns alle, es ist alles eine Lüge. Die ganze Stadt und alles hier, glaube ihnen nicht, „AHH HILFEEE!“. Ich weiß nicht wie lange ich das Telefon noch in der Hand hatte nach diesem Gespräch. Der Schock saß mir Minuten später immer noch in den Gliedern. Irgendwann kam ich zu mir, es gab so viele Fragen: Wer war das? Wer war hinter ihm her? Was meinte er mit „wir werden studiert und beobachtet“? Und was ist mit ihm passiert? Ich ging spazieren, das hilft mir immer beim Überlegen. Schöner wäre es, wenn es mehr zu sehen gäbe, als nur dunkle Gebäude in einer düsteren Stadt. Ich entschied mich dazu nach Hause zu gehen, um noch mal darüber zu schlafen. Als ich wach wurde war die Stadt wieder so dunkel und vernebelt wie immer. Im Bett liegend überlegte ich was mir die Person übermittelt hatte. Man hat die ganze Stadt durchsucht und die Person nicht gefunden. Ich fing an hypothetisch zu überlegen, was wenn wirklich alles eine Lüge war? Ich guckte alle meine alten Fotos aus meiner Kindheit an, ich hatte keine gute Erinnerung an diese Momente, es war so als wären das nicht meine Erinnerungen gewesen. Je mehr ich überlegte desto mehr merkte ich, dass meine Erinnerungen nicht detailliert waren, ich wusste zum Beispiel nicht einmal was außerhalb der Stadt war. Es reichte mir, ich musste es wissen und zwar sofort. Ich rannte zu meinem Auto, stieg ein und fuhr immer weiter und weiter. Je weiter ich fuhr, desto mulmiger wurde mir zumute. Während der Fahrt sah ich auf dem Beifahrersitz eine meiner Visitenkarten mit der einfach zu merkenden Telefonnummer 0013 675 675. Als ich von der Stadt weit genug entfernt war, wurde der Nebel plötzlich viel dichter. Da ich die Straße mehr sehen konnte, hielt ich an und stieg aus. Unmittelbar nach dem ich ausgestiegen war gab es ein helles weißes Licht. Ich wurde ohnmächtig.
Als ich zu mir kam, war ich in einem Raum, saß auf einem Stuhl und es war sehr warm. Ich konnte mich nicht regen. Ich saß vor drei Kreaturen. Die Kreaturen waren großköpfig mit schwarzen Augen. Sie redeten miteinander in einer Sprache die ich nicht verstehen konnte. Dann redeten sie mit mir. Sie sagten mir ich sei in einem Gericht. Der Vorsitzende sprach, „du hast unsere Studie über den Menschen gestört, weil du zu viel weißt. Du weißt zum Beispiel, dass deine Erinnerungen falsch sind. Das könnte unser Studium stören. Das Urteil über dich ist der Tod in der fünften Ebene. Du wirst in der Stadt in diesem Moment ersetzt, damit die Studie ungestört weitergehen kann.“ Ich wurde ohnmächtig und kam in einem dunklen Wald zu mir, mir waren große blutrünstige Tiere auf den Fersen. Ich rannte so schnell mich meine Beine tragen konnten, ich musste es jemandem mitteilen, dass die Stadt eine Lüge ist, dann fiel mir ein, dass ich ersetzt worden war. Ich rief mein Büro an und jemand ging ran. „Hallo ist hier Detektiv Marko am anderen Ende??“,schrie ich, er schwieg, dann antwortete er langsam „Ja, worum g“ „nein nicht reden, ich habe kein Zeit ich werde verfolgt!“; er wand ein „von wem!“; ich unterbrach ihn „keine Zeit wir werden beobachtet, scheiße die ganze Stadt wird beobachtet, sie wollen mich weil ich zu viel weiß, sie studieren uns alle, es ist alles eine Lüge die ganze Stadt und alles hier, glaube Ihnen nicht, „AHH HILFEEE!“,schrie ich bevor ich starb.